Motoröl für Industriemotoren

Viskosität, ACEA und API - was ist das?

Hersteller von Industriemotoren wie Deutz, Volvo, MAN, Iveco usw. geben für ihre Produkte bestimmte Schmierstoffe frei bzw. stellen gewisse Anforderungen, die ein Motoröl erfüllen muss. Die Anforderungen an die Motoröle unterscheiden sich zwar von denen der PKW-Industrie durch die deutlich höheren Standzeiten, aber im Grunde gibt es auch für Industriemotoren Herstellerfreigaben an Schmierstoffen. Diese Anforderungen und Freigaben bestimmter Schmierstoffe sind in den Betriebshandbüchern des Stromerzeugers oder des Motorherstellers zu finden.

Da sich die einzelnen Motoröle stark unterscheiden, je nach Anwendungszweck und Hersteller, haben wir hier für Sie wichtige Merkmale erklärt: Grundsätzlich wird etwas vereinfacht ausgedrückt unterschieden nach Viskosität (Zähflüssigkeit) und Qualität des Motoröls.

Ihnen sind sicherlich unterschiedlichen SAE-Viskositätsklassen bekannt, so zum Beispiel 10W-40 vs. 15W-40. Diese unterschiedlichen Viskositäten sind stark abhängig vom Einsatzprofil oder auch der Umgebungstemperatur in der der Motor bzw. der Stromerzeuger eingesetzt werden soll. Da die Einsatzorte und Umgebungsbedingungen stark unterschiedlich sind, gibt es ganz unterschiedliche Öle. Dies reicht beispielsweise vom Einbereichsöl SAE 20 bis hin zu modernen Mehrbereichsölen wie SAE 10W-40. 


Graphik Viskosität von Motoröl nach SAE Norm anhand des Beispiel 10W-40

Was bedeuten die Bezeichnungen eigentlich?

Die Bezeichnung von Motorölen geht auf die amerikanische SAE (Society of Automotive Engineers) zurück und kennzeichnet die Viskosität (Fließfähigkeit) von Motorölen.

Hier die Nomenklatur erklärt am Beispiel eines 10W-40 Motoröls:

Die Ziffer  vor dem „W“, oft die Zahlen 5 oder 10, kennzeichnen die Fließeigenschaften des Öls bei Kälte. Umso kleiner die Zahl vor dem W ist, desto weniger viskos (dünnflüssiger) ist das Öl bei Kälte. Es kann also schneller umgepumpt werden bei einem Kaltstart und ist daher motorschonender. Je höher die Zahl vor dem „W“,  desto zähflüssiger ist das Öl bei einem Kaltstart.

Die Ziffer nach dem „W“, oftmals 30 oder 40, beschreiben die Viskosität“ bei warmem Motor (Öltemperatur bei 100° C).
Je höher die Zahl nach dem „W“, umso stärker kann das Öl bei betriebswarmem Motor belastet werden. 

Einsatzbeispiele bei verschiedenen Industriemotoren:

  • Deutz Motor BF4M2011 (eingesetzt in einem 40 kVA Stromerzeuger) - der Hersteller gibt ein Wechselintervall von 500 h vor. Es sind im Sommerbetrieb Öle mit einer Viskosität 15W-40 und einer API-Klassifikation nach CG-4 oder CH-4 Öle zu verwenden, bzw. bei ACEA-Spezifikation Öle nach ACEA-E2, E3 oder E4. 

  • Mitsubishi S4S-Z3DT61SD (eingesetzt in einem 40 kVA Stromerzeuger) - für diesen Motor gibt der Hersteller gibt ein Wechselintervall von 250 h vor.
    Im Sommerbetrieb ist ein Öl mit einer Viskosität 15W-40 zu verwenden. Das Öl muss der API-Norm CF oder CH-4 entsprechen.

Sie können das alles in dem Merkblatt zu Motoröl für Industriemotoren (PDF) nachlesen. Dort erklären wir Ihnen die wichtigsten Begriffe wie Viskosität, Ölqualität und Anwendungsnormen und geben auch Vorschläge welches Motoröl Sie für Ihren Stromerzeuger nutzen sollten.